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Wir können da was tun – Schulungsangebote zur Prävention von sexuellem Missbrauch (außerhalb Landkreis München)

2015 Stadt Freising, Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport

2015 wurde die Stadt Freising, Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport als erste Kommune in Bayern für ein umfassendes Schutzkonzept mit dem AMYNA Präventionspreis ausgezeichnet.

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(Bildtitel: Paul Ploss (Betz-Chrom), Elisabeth Pentenrieder-Giermann (Stadt Freising), Eva Bönig (Stadt Freising, 2. Bürgermeisterin) und Christine Rudolf-Jilg (AMYNA e.V., Laudatio)

Laudatio für die Stadt Freising, Amt für Kindertagesstätten, Schulen, Sport (PDF)  |  Foto Präventionspreis 2015 in Druckqualität

 

2013 Zukunft Kinderkrippe GmbH

2013 wurde der Träger „Zukunft Kinderkrippe GmbH“ für seinen fortwährenden Einsatz für die Prävention von sexuellem Missbrauch mit dem AMYNA-Präventionspreis ausgezeichnet. Für die „Zukunft Kinderkrippe GmbH“ war der Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt seit dem Gründungskonzept an handlungsleitend und wurde konsequent in weitergeführt. Das Engagement und diese Ausdauer, aktiv für den Schutz von Mädchen und Jungen einzutreten, ist im Kindertagesstättenbereich bei weitem noch keine Selbstverständlichkeit und mit Sicherheit als beispielhaft anzusehen.

Laudatio als PDF

Preisverleihung AMYNA Präventionspreis – Laudatio

19.06.2013

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Text der Laudatio (gehalten von Sibylle Härtl und Adelheid Unterstaller, beide MitarbeiterInnen bei AMYNA, Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch)

(es gilt der gesprochene Text)

Sehr geehrte PreisträgerInnen,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen

auch wir möchten Sie ganz herzlich zur Verleihung des Präventionspreises 2013 hier bei AMYNA begrüßen.

Meine Kollegin Frau Härtl und ich freuen uns ganz besonders, dass die Mitfrauenversammlung des Vereins mit einstimmigem Beschluss unserem Vorschlag gefolgt ist, den diesjährigen Präventionspreis der Zukunft Kinderkrippe GmbH zu verleihen.

Liebe Frau Branlard, liebe Frau Torrens-Horak, liebe Mitarbeiterinnen aus den Zuki-Kinderkrippen,

meine Kollegin Frau Härtl und ich hatten in den letzten Jahren viele Gelegenheiten, Ihre Einrichtungen und Ihre Arbeit kennen- und schätzen zu lernen. Da wir beide viele der Angebote zusammen für Sie vorbereitet und durchgeführt haben, bekommen Sie heute Ihre Laudatio auch von uns beiden im „Doppelpack“.

Die Zukunft Kinderkrippe GmbH (kurz Zukis) gibt es nun seit mittlerweile 8 Jahren, in dieser Zeit haben Sie 3 Kinderkrippen eröffnet: in Ismaning, Dornach und in München – Berg am Laim. Eine vierte steht in Garching kurz vor der Eröffnung.

Von Anfang an war es für Sie beide, als Geschäftsführerinnen, klar, dass der Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt beim Aufbau Ihrer Einrichtungen ein wichtiger und handlungsleitender Baustein sein wird.

Prävention von sexuellem Missbrauch war und ist Ihnen ein Anliegen und für Sie war es selbstverständlich die Umsetzung in allen Bereichen  Ihrer Krippen mitzudenken. Und auch  für uns war es ein Glücksfall, Einrichtungen, die sich gerade im Aufbau befinden, von Anfang an zu begleiten zu können und dazu beizutragen den Kinderschutz zu verankern.

Bereits im Jahr nach der Gründung,  2006, haben Sie sich ausführlich dazu beraten lassen, wie sich Prävention von sexuellem Missbrauch in Ihren Einrichtungen, auf der strukturellen Ebene umsetzen  und in der fachlichen Arbeit gestalten lässt. In den Folgejahren haben Sie diese Möglichkeiten Schritt für Schritt konsequent und nachhaltig umgesetzt.

  • Durch bauliche Maßnahmen
  • In Ihrer Öffentlichkeitsarbeit
  • Im pädagogischen Konzept
  • In der Klarheit hinsichtlich des Umgangs mit den Kindern
  • In der Qualitätssicherung durch regelmäßige Schulungen für Leitungen und Fachkräfte
  • In der Elternarbeit
  • Und in der Gestaltung einer Arbeitsatmosphäre, in der – soweit wir das beobachten konnten und beurteilen können – ein achtsamer Umgang – im Sinne der Prävention – sowohl mit den Kindern als auch den Kolleginnen, nicht dem Zeitdruck zum Opfer fällt.

Dass Prävention in dieser Einrichtung kein Schubladendasein führt, sondern „lebt“, erfahren wir nicht zuletzt bei unseren jährlichen Elternabenden, die unserer Honorarmitarbeiterin Frau Deschler bei Ihnen durchführt.

Die Eltern bestätigen hier immer wieder, dass sie viele der vermittelten Präventionsgrundlagen auch bereits aus der pädagogischen Arbeit der Einrichtung kennen und dass Prävention ein wichtiges Thema der Einrichtung auch im Elternkontakt ist. Auch von Seiten der Mitarbeiterinnen werden das große Interesse und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung im Rahmen unserer Veranstaltungen deutlich.

Dieses Engagement und diese Ausdauer, aktiv für den Schutz von Mädchen und Jungen einzutreten, ist im Kindertagesstättenbereich bei weitem noch keine Selbstverständlichkeit. Es ist Ihr Verdienst, liebe Frau Torrens-Horak, liebe Frau Branlard, dass Prävention und Kinderschutz in Ihren Einrichtungen starke Themen geworden sind und es ist Ihr Verdienst, liebe Leiterinnen und MitarbeiterInnen der Zuki-Krippen, dass dieses Thema in Ihren Einrichtungen lebendig bleibt.

 

Nicht alle, die heute als Gäste hier sitzen, kommen aus dem Krippenbereich und vielleicht fragen Sie sich, wie Prävention im Krippenbereich mit den ganz Kleinen überhaupt funktionieren kann. Wir möchten Ihnen deshalb gerne ein paar Einblicke geben, was Prävention in der Kinderkrippe bedeuten kann und einige Beispiele nennen, wie das bei den Zukis umgesetzt wird. Kein Kind kann sich alleine vor sexuellem Missbrauch schützen – Sie haben gerade die Ausführungen von Frau Geist dazu gehört. Dass dies ganz besonders für Krippenkinder gilt, liegt auf der Hand. Mädchen und Jungen brauchen Erwachsene, die in der Lage sind, schützende Strukturen, sichere Orte für sie zu gestalten.
Sichere Orte, das sind solche Orte, an denen Erwachsene wissen und auch wahrhaben wollen,

  • dass es überall Täter geben kann, wo sich Kinder aufhalten, im privaten Umfeld der Kinder, aber auch im institutionellen Rahmen wie in Kindertagesstätten
  • dass nicht nur Männer Täter, sondern auch Frauen Täterinnen sein können
  • dass Täter und Täterinnen oft sehr geplant vorgehen, sich z.T. dort Arbeitsplätze suchen, wo sich Kinder aufhalten
  • und vor allem, dass sie mit ihren Strategien nicht nur in der Lage sind, die Kinder in die Missbrauchsdynamik zu verwickeln, sondern vielfach auch das soziale Umfeld der Kinder – Eltern wie auch pädagogische Fachkräfte – erfolgreich manipulieren.

Sichere Orte für Kinder sind solche, an denen dieses Wissen nicht zu Resignation und Handlungsunfähigkeit führt, sondern ganz im Gegenteil als Ausgangspunkt für ihr präventives Handeln genutzt wird.
Die Erfahrung im Bereich Missbrauch in Institutionen zeigt, dass Täter und Täterinnen Einrichtungen bevorzugen, die sich wenig mit der Thematik beschäftigt haben.
Zukunft Kinderkrippen hat sich entschieden, hier offensiv vorzugehen und Zeichen zu setzen.
Bereits in den Stellenanzeigen und in den Bewerbungsgesprächen wird deutlich gemacht, dass die Prävention von sexuellem Missbrauch ein wichtiges Anliegen ist. Auch in der Einarbeitung neuer MitarbeiterInnen wird der Stellenwert des Themas deutlich, ebenso in der Öffentlichkeitsarbeit.
Sichere Orte sind solche, an denen einerseits die Intimsphäre der Kinder geschützt ist, Situationen der besonderen Nähe mit den Kindern wie z.B. Wickelsituationen, jedoch so gestaltet werden, dass Übergriffe durch Erwachsene erschwert werden.

Zukunft Kinderkrippen hat hier sehr schöne Lösungen entwickelt:

  • Wickelbereiche, in denen die Kinder vor den Blicken anderer geschützt sind, nicht aber die wickelnden Erwachsenen,
  • Gruppenräume mit  kleinen runden Sichtfenstern auf Augenhöhe der Kinder,
  • Schlafräume mit kleinen Sichtfenstern in den Türen.
  • Insgesamt sind die Räumlichkeiten sehr offen, hell und freundlich gestaltet.

Sichere Orte für Kinder sind solche, an denen Fachkräfte Klarheit und eine gemeinsame Orientierung haben, wie mit den Kindern umgegangen wird: orientiert an deren Bedürfnissen, mit Respekt vor der Individualität der Kinder und ihren Grenzen.

Die Fachkräfte brauchen diese fachliche Sicherheit, die es ihnen auch ermöglicht, das Handeln der Kollegen und Kolleginnen einzuschätzen und zu bewerten und kritische Rückmeldung zu geben, wenn dieses Handeln die nötige Achtsamkeit  im Umgang mit Nähe und Distanz vermissen lässt – nicht in einer Atmosphäre des Misstrauens und der Abwertung, sondern in einer Teamkultur, die Wertschätzung und positives Feedback ebenso wichtig erachtet, wie kritische Rückmeldung. So kann es gelingen, eine gemeinsame Haltung zu entwickeln, die Grundlage für das Netz der Sicherheit für die Kinder ist.

Die Zukis arbeiten im gemeinsamen Interesse für die stetige Verbesserung der Qualität der Arbeit und des Wohlergehens der Kinder. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeitenden sich im Rahmen von externeren Fortbildungen und internen Schulungen weiter qualifizieren.

Sichere Orte sind nicht zuletzt solche, an denen sich die Mädchen und Jungen selbst sicher fühlen. Was sie dafür – im Alter zwischen 0 und 3 Jahren  – brauchen,  ist eine sichere Bindung an eine feste Bezugsperson in der Krippe. Sie ist die Person, von der sich Kinder trösten lassen, wenn sie Kummer haben. Sie ist der feste Ankerplatz und die „emotionale Tankstelle“, die die Kleinen brauchen, um die Krippenwelt angstfrei zu erkunden, um aus ihrer Umwelt lernen zu können, neugierig  zu explorieren  und Erfahrungen zu sammeln.
Die Grundlage dafür wird schon in der Eingewöhnungszeit gelegt, in der die Kleinen – in Anwesenheit eines Elternteils –  langsam die neue Umgebung kennenlernen können und eine stabile Bindungsbeziehung zu „ihrer“ ErzieherIn aufbauen können.  Diese Eingewöhnungszeit erfordert eine hohe Flexibilität der jeweiligen Fachkraft und der Einrichtung, denn sie muss – auch in der Dauer – auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Kindes abgestimmt sein.  Und auch nach der Eingewöhnungszeit brauchen die Kinder diese stabile Beziehung zu einer Fachkraft, um sich in der Krippe wohl und sicher zu fühlen.

Fachkräftemangel, häufiger Personalwechsel, hoher Krankenstand und in der Konsequenz der gehäufte Einsatz von Roulierkräften, wie sie uns derzeit aus vielen Kindertagessstätten berichtet werden, kann sich in dieser sensiblen Phase auf die Mädchen und Jungen fatal auswirken. (Untersuchungen zeigen z.B., dass Krippenkinder nach einer nicht gelungenen Eingewöhnung über Monate hinweg häufiger krank sind und sich in vielen Bereichen langsamer entwickeln, als andere Kinder).

Eine gute Eingewöhnung muss frühzeitig mit den Eltern geplant werden. Eltern brauchen zeitliche Flexibilität, sie müssen verstehen, warum eine gute Eingewöhnung wichtig ist, sie brauchen Vertrauen in die Krippe, um ihre Babys und Kleinkinder mit gutem Gefühl und ohne schlechtes Gewissen dort zurücklassen zu können.

Damit dies alles gelingen kann braucht es zum einen Krippen, die eine gute Eingewöhnung als zentralen Bestandteil ihrer fachlichen Qualität betrachten. Es braucht aber auch eine gutes Personalmanagement: Fachkräfte mit einer hohen Fachlichkeit und menschlichen Reife, die für sich gute Rahmenbedingungen vorfinden, die gerne und lange in der Krippe arbeiten.

Aus unserer Sicht ist all dies bei Zukunft Kinderkrippen gegeben.  Die Eingewöhnungszeit nimmt eine zentrale Stelle ein, Elternarbeit wird von Anfang an sehr großgeschrieben. Es wird bei der Neuanstellung großer Wert auf die Qualifikation des Fachpersonals gelegt und es ist immer das Bemühen erkennbar, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen.

 

Sichere Orte zu gestalten bedeutet auch, sich zu überlegen, wie ErzieherInnen und Geschäftsführung von möglichen Fehlentwicklungen erfahren.  Das ist das, was in der Fachwelt mit Beschwerdemanagement umschrieben wird. Wie kann so etwas in der Krippe, in der Kinder gerade erst dabei sind Sprache zu erlernen überhaupt aussehen?

Zum einen ist eine große fachliche Kompetenz und Sicherheit des Personals im Umgang mit den Kindern notwendig. Diese zeigt sich auch in einem feinfühligen Umgang mit den Kindern, die meist noch nicht mit Sprache sondern mit nonverbalen Signalen kommunizieren.

Das Personal braucht Bereitschaft und es braucht Zeit und Feinfühligkeit diese nonverbalen Äußerungen wahrzunehmen und verstehen zu lernen. Und dies mit jedem Kind von neuem, denn jedes Kind ist anders und kommuniziert anders und bringt unterschiedliche Erfahrungen mit in die Krippe.

Zum anderen sind die Eltern wichtige AnsprechpartnerInnen, die mit ihren Beobachtungen dazu beitragen können den Schutz der Kinder zu verbessern. Gerade auch bei den Kleinsten ist eine gute Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, sich gemeinsam mit ihnen zum Wohl der Kinder auszutauschen um Fehlentwicklungen schnell zu erkennen und das Netz des Schutzes möglichst engmaschig zu knüpfen von besonderer Bedeutung.

Die Zukis verdeutlichen dies bereits bei den ersten Kennenlernkontakten mit den Eltern,  in dem sie deutlich machen, dass der Schutz von Mädchen und Jungen in den Krippen ein wichtiges Anliegen ist und welche Maßnahmen sie hierfür eingeführt haben.

Die Eltern werden eingeladen Fragen zu stellen und gemeinsam den Schutz mit zu gestalten.  Es wird deutlich gemacht, dass die Zukis AnsprechpartnerInnen für die Eltern sind, wenn Sie Fragen, Anregungen oder Sorgen in Bezug auf ihre Kinder und der Umsetzung des Schutzes haben.

Auch dies ist ein wichtiger Baustein im Beschwerdemanagement.

Wir denken, es ist deutlich geworden, dass die Umsetzung des Schutzes von Mädchen und Jungen eine hohe pädagogische Kompetenz der MitarbeiterInnen voraus setzt.

Wir freuen uns immer wieder, wenn wir sehen was für eine hohe Bereitschaft bei den Zukis vorhanden ist, diese Fachlichkeit aufzubauen und eine qualitativ hochwertige Betreuung sicher zu stellen. Und das von allen Beteiligten.

Von der Geschäftsführung,

die ein Geschäftsmodell gewählt hat, bei dem die Partnerschaft mit verschiedenen Unternehmen dieses Ziel der hochwertigen Betreuung durch eine bessere Finanzausstattung ermöglicht.

Das drückt sich aus z.B

  • in einem guten Personalschlüssel  in den Kindergruppen ( i.d.R. 3 Fach- und Ergänzungskräfte in einer Gruppe mit maximal 15 Kindern)
  • aber auch in der regelmäßigen  Weiterqualifizierung der Fachkräfte durch Fortbildungen
  • durch die Begleitung durch eine psychologische Fachberatung
  • sowie durch Supervisionsmöglichkeiten

Die Geschäftsführung stellt die  finanziellen Mittel zur Verfügung und sorgt dafür, dass das Personal ausreichend Zeit für die Weiterentwicklung der Fachlichkeit zur Verfügung hat.

 

Auch die MitarbeiterInnen tragen einen wesentlichen Teil zur Weiterentwicklung der Fachlichkeit bei:

  • sie nutzen die sehr guten Rahmenbedingungen um sich mit  sehr viel Interesse  und Engagement weiter zu qualifizieren.
  • sie gehen mit viel Neugierde und Offenheit auf die Kinder zu um  jedes Kind (und seine Eltern) mit seinem je spezifischen Eigenheiten kennenlernen und schätzen zu lernen. Damit sie die Kinder bestmöglich verstehen und in ihrer Entwicklung fördern können.

Gemeinsam schaffen die Zukis einen sehr hohen qualitativen Standard, der nicht in allen Krippen auch gerade in Zeiten des Fachkräftemangels selbstverständlich ist.

 

Wie Sie sicher wissen, gibt es ab dem 01.08.2013 einen Anspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab dem 1. Geburtstag. Ein politisch hochbrisantes Thema.  Natürliches ist es sinnvoll, dass Eltern sich darauf verlassen können, dass es einen Betreuungsplatz für ihr Kind gibt und sie auch weiterhin ihrem Beruf nachgehen können.

Aus unserer Sicht, wird dieser Anspruch momentan aber leider noch nicht in der gebotenen Qualität umgesetzt.

  • In Orten wie München führt dies schon seit geraumer Zeit zu einem eklatanten Fachkräftemangel.
  • Einrichtungen sind im Wettstreit um Fachpersonal und werben sich gegenseitig ErzieherInnen ab.
  • Gruppen bleiben geschlossen, da ErzieherInnen fehlen
  • Nicht selten leidet in dieser Situation auch die Qualität, da auch Betreuungspersonal angestellt wird, das minder qualifiziert ist und die Träger nicht ausreichend sicherstellen, dass das gewonnene Personal dann auch weiter geschult wird.

In dieser Situation gut qualifizierte Kräfte zu finden ist auch für die Zukis ein schwieriges Unterfangen.

Umso mehr freut es uns, dass die Gründerinnen, die als Träger der ZukiKinderkrippen als Gesellschaftsform eine Kapitalgesellschaft gewählt haben

  • nicht auf ein möglichst billiges Angebot oder Gewinnmaximierung setzen,
    sondern Geldquellen mobilisieren  um auf Qualität in der Betreuung und die kontinuierlichen Verbesserung des Schutzes vor sexuellem Missbrauch in den Zuki-Kinderkrippen zu setzen.
  • Nicht wie andere Träger, nur weil die Zeit gerade günstig ist, zu Lasten der Qualität expandieren, sondern lieber stabile Teams aufbauen, die die Qualität der Betreuung sicher stellen um den Kindern die angemessene Begleitung an die Seite zu stellen.

Die Zukunft Kinderkrippen GmbH ist für uns ein Beleg dafür, dass es möglich ist mit dem Konzept der betriebsunterstützten Kinderkrippe und viel privatem Engagement qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zu realisieren in der der Schutz vor sexuellem Missbrauch einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

Liebe Frau Torrens-Horrak, liebe Frau Branlard, liebe Zuki-MitarbeiterInnen,
wir wünschen Ihnen und auch den Kindern und Eltern in Ihren Einrichtungen, dass Sie weiterhin

  • PartnerInnen in der Wirtschaft finden, die ihre qualitativ hochwertigen Angebote zu schätzen wissen und bei Bedarf auch weiter gemeinsam mit Ihnen Krippen gründen.
  • Sie weiterhin Kolleginnen finden, die mit Ihnen gemeinsam daran arbeiten, den Schutz von Mädchen und Jungen zu verbessern und zu sichern
  • dass andere Träger von Krippen sich an Ihren Standards ein Beispiel nehmen
  • Sie viel Spaß gemeinsam mit den Eltern und den Kindern haben werden, Prävention um zu setzen und zu leben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Wir freuen uns nun Ihnen Frau Branlard und Frau Torrens-Horak – stellvertretend für die Zukunft Kinderkrippen GmbH – den Präventionspreis 2013 überreichen zu dürfen. Herzlichen Glückwunsch!

 

2008 Städtische Kinderkrippen im Sozialreferat

2008 wurde der Präventionspreis den städtischen Kinderkrippen im Sozialreferat für nachhaltiges und engagiertes Umsetzen von Präventions- und Interventionsmaßnahmen zuerkannt.

Laudatio als PDF

Preisverleihung AMYNA Präventionspreis – Laudatio

22.04.2008

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Text der Laudatio (gehalten von Sibylle Härtl und Adelheid Unterstaller, beide MitarbeiterInnen bei AMYNA, Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch)

(es gilt der gesprochene Text)

Sehr geehrte Preisträgerinnen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie ganz herzlich zur Verleihung des Präventionspreises hier bei AMYNA begrüßen.

Meine Kollegin Frau Unterstaller und ich freuen uns ganz besonders, dass die Mitfrauenversammlung des Vereins mit einstimmigem Beschluss unserem Vorschlag gefolgt ist, dem „Bereich Kinderkrippen der Abteilung Kindertagesbetreuung“ des Stadtjugendamtes den diesjährigen AMYNA-Präventionspreis zu verleihen.

Liebe Frau Berchtold, liebe KollegInnen aus dem Kinderkrippenbereich, meine Kollegin Frau Unterstaller und ich hatten in den letzten zehn Jahren viele Gelegenheiten den Bereich „Kinderkrippen des Stadtjugendamtes“ kennen zu lernen. In diesen Zusammenhängen haben viele von Ihnen mit uns beiden gearbeitet, daher dachten wir uns, Sie bekommen uns auch diesmal im Doppelpack. Wir haben also die Freude, heute gemeinsam die Laudatio auf Sie halten zu dürfen.

Ich werde nun zuerst kurz aufzeigen, an welchen Punkten wir in den letzten 10 bis 12 Jahren die Entwicklung der Kinderkrippen im Sozialreferat verfolgen konnten und was uns in diesen Jahren verbunden hat.

Als wir in den neunziger Jahren die erste Fortbildung mit dem Titel „Für Prävention ist es nie zu früh“ mit Krippenpersonal durchführten, bekamen wir von unserer Umwelt oft verwunderte und von Vorurteilen geprägte Reaktionen: „Ihr arbeitet mit Kinderkrippen? Ich würde mein Kind nie in eine Krippe geben“, sagte eine Freundin und: „Prävention mit Säuglingen – wie soll das denn gehen? Sollten uns diese negativen Reaktionen von anderen Fachkräften und FreundInnen irgendwie verun-sichert haben, so zeigten bereits die ersten Stunden der ersten Fortbildung, dass wir mit unserer Fortbildung „Für Prävention ist es nie zu früh“ in Ihren Einrichtungen goldrichtig lagen.

Was sich uns in Folge bot, war absolut faszinierend und unterschied sich deutlich von dem, was wir vorher in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung für ältere Kinder kennen gelernt hatten.

In dieser Fortbildung fanden sich nämlich überdurchschnittlich viele Kolleginnen, die uns deutlich vor Augen führten, wie wichtig es ihnen ist,

  • Mädchen und Jungen ganzheitlich mit all ihren Facetten wahrzunehmen,
  • Kinder als kleine Persönlichkeiten zu betrachten und zu achten,
  • äußerst kreativ daran zu gehen, zu verstehen, was gerade auch Kinder im vorsprachlichen Bereich durch Weinen, Lachen, Strampeln, Wegdrehen mitzuteilen versuchen
  • und nicht zuletzt haben wir Kolleginnen vorgefunden, die sich nicht scheuen, im Ernstfall auch Hilfemaßnahmen für die Kleinen einzuleiten.

Dieses Bild wurde uns in späteren Veranstaltungen immer und immer wieder bestätigt, aber dazu später mehr.

Es blieb also nicht bei dieser einen Fortbildung. Bis zum heutigen Tag gibt es eine Vielzahl von Angeboten, die wir für den Bereich Kinderkrippen erarbeitet und konzipiert haben. Die Abteilung Kinderkrippen zeigt damit, wie intensiv ihr Interesse an dem Thema „Prävention von sexuellem Missbrauch“ und Verbesserung des Schutzes von Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt ist.

Ich möchte Ihnen hier gerne kurz einige der Themen vorstellen, mit denen sich die KollegInnen aus dem Bereich Kinderkrippen in den letzten gut zehn Jahren auseinandergesetzt haben. Während sich die vorhin bereits erwähnte Fortbildung „Für Prävention ist es nie zu früh“ mit den pädagogischen Handlungsmöglichkeiten in der Kinderkrippe auseinandersetzte, zielten viele der weiteren Angebote darauf ab, Prävention auch strukturell zu verankern.

2001 wurde in München nach der Vergewaltigung eines Mädchens in einer Grundschule viel darüber diskutiert, welche Maßnahmen für eine Verbesserung des Schutzes von Kindern sinnvoll sind. Auch die Abteilung Kinderkrippen setzte sich in dieser Zeit mit der Frage auseinander, welche strukturellen, d.h. langfristig in die Organisationsstruktur verankerte, Maßnahmen zum Schutz von Kindern in den Kinderkrippen greifen können. Der Vortrag „Täterstrategien und daraus resultierende Präventionsmaßnahmen“ an dem 52 Leiterinnen und stellvertretende Leitungen teilnahmen, diente hier einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema.

Dies war jedoch nur der Anfang. Der Bereich Kinderkrippen arbeitete danach weiter an der Verbesserung der strukturellen Verankerung des Themas. Alle ein bis zwei Jahre wird mittlerweile die Fortbildung „Qualität durch Klarheit – Die Rolle der Leitung von Kinderkrippen beim Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt“ durchgeführt. Dieses Angebot wurde inzwischen von sicher 35 Leiterinnen und stellv. Leitungen wahrgenommen.

Danach folgte das Angebot „Prävention von sexuellem Missbrauch durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen“ v.a. für die Kolleginnen aus der Leitungsebene und der Steuerung. Damit setzte der Bereich Kinderkrippen ein Signal, dass der Schutz der Kleinen auch weiter gedacht wird, denn dieser Präventionsbereich zielt darauf ab, zu verhindern, dass pädosexuelle Täter und Täterinnen ihr Handlungsfeld als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Kinderkrippe suchen.

Neben dieser vielfältigen Auseinandersetzung, die von der Leitungsebene, in diesem Fall Frau Sterr als Zuständige für die Qualifizierung des Personals, initiiert und von dem Personal zahlreich angenommen wurde, gab es auch eine Reihe von Veranstaltungen, die direkt von den Teams der einzelnen Krippen organisiert waren. So wurden in den letzten 10 Jahren zahlreiche Teamfortbildungen und Elternabende zum Thema „Prävention von sexuellem Missbrauch durchgeführt“.

All dies gibt nur einen kleinen Einblick in die Themenvielfalt der Fortbildungen, mit denen sich das Personal aus den städtischen Kinderkrippen in den vergangenen Jahren auseinandergesetzt hat. Sie sehen, das Personal ist hier sehr aktiv. Aber was heißt das im Detail? Welche Grundlagen braucht es für die Prävention? Und wie wirkt sich das auf diese Prävention mit den Kindern aus? Wo setzen die städtischen Kinderkrippen an? Dazu wird Ihnen meine Kollegin Frau Unterstaller nun mehr erzählen.

Prävention ist ja ein anspruchsvolles Geschäft, wenn ich das mal so behaupten darf. Gab’s in den 80iger und 90iger Jahren noch die Vorstellung oder Hoffnung, Kinder könnten sich selbst vor sexuellem Missbrauch schützen, wenn ihre Widerstands-fähigkeit mit ein paar Rollenspielen gestärkt wird, so wurden wir alle spätestens durch die umfangreiche Forschung zu Tätern und deren Strategien Mitte der 90iger rasch und nachhaltig eines Besseren belehrt.

Das Wissen darum,

  • dass Täter keineswegs nur Fremde oder Väter sind, sondern beispielsweise auch an den Babysitter, den Kinderarzt oder den Schuldirektor gedacht werden muss,
  • dass nicht nur Männer Täter, sondern auch Frauen Täterinnen sein können,
  • dass Täter und Täterinnen sehr geplant vorgehen
  • und vor allem, dass sie mit ihren Strategien nicht nur in der Lage sind, die Kinder in die Missbrauchsdynamik zu verwickeln, sondern vielfach auch das soziale Umfeld der Kinder – Eltern wie pädagogische Fachkräfte – erfolgreich manipulieren,

hat den Präventionsgedanken nachhaltig verändert: Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen kann nicht in erster Linie heißen, den Mädchen und Jungen die Verantwortung für ihren eigenen Schutz zu übertragen. Prävention muss immer an vielen Stellen ansetzen, die Verantwortung liegt immer bei den Erwachsenen. Um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, braucht es ein engmaschiges Netz von informierten und interessierten Erwachsenen, die wissen, worauf sie achten sollen und wie sie handeln können.

Im Zentrum steht nach wie vor die Stärkung von Mädchen und Jungen. Dass diese nicht in einmaligen Programmen, sondern nur im Alltag der Mädchen und Jungen wirklich nachhaltig geschehen kann, liegt eigentlich auf der Hand. An dieser Stelle verbindet sich Prävention von sexuellem Missbrauch auch mit anderen Fach-gebieten, beispielsweise mit der Suchtprävention oder der Resilienzforschung, also dem Fachgebiet, das sich mit der Frage beschäftigt welche Stärken und Kompetenzen den Kindern am besten helfen, Risikolagen ihrer Entwicklung zu bewältigen.

Daneben liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen, darauf zu achten, dass Dritte in ihrer Gegenwart die Grenzen der Kinder, die sich in ihrem Verantwortungs-bereich befinden, achten. Es ist bekannt, dass viele Täter und Täterinnen, Kinder und deren Umfeld mit kleineren Grenzverletzungen austesten, dass also erste Übergriffe durchaus vor den Augen anderer Erwachsener stattfinden können. Das offensive Eintreten von Erwachsenen für die Rechte von Kindern und für die Achtung der Grenzen der Kinder ist eine nicht zu unterschätzende präventive Strategie.

Und hier geht es um alle Kinder, egal ob Mädchen oder Junge, egal welche Herkunft und welchen sozialen Hintergrund ein Kind mitbringt, egal welche Fähigkeiten und Behinderungen ein Kind hat. Jedes Kind ist es wert, dass wir für seinen Schutz eintreten.

Darüber hinaus liegt es in der Verantwortung von Institutionen, dafür Sorge zu tragen, dass sich pädosexuelle Täter und Täterinnen nicht als MitarbeiterInnen oder als PraktikantInnen Zugang zu einer Einrichtung verschaffen können. Auch hier wurden in den letzten Jahren u.E. wirkungsvolle präventive Strategien entwickelt, die Einrichtungen diesem Problem entgegensetzen können.

Nicht zuletzt braucht Prävention immer auch „Interventionskompetenz“. D.h. Erwachsene, die ein Kind schützen wollen, müssen auch wissen, was sie tun, wenn ein Kind sich ihnen anvertraut oder wenn sie andere Anhaltspunkte haben, die auf einen sexuellen Missbrauch hindeuten könnten. Sie müssen wissen, wie sie das Kind selbst unterstützen können, wie sie den weiteren Schutz des Kindes gewährleisten können, an wen sie sich wenden können, welche Fehler sie vermeiden sollten und welche weiteren Schritte sinnvoll sind.
Nimmt eine Institution den Auftrag Prävention ernst, dann reicht es also bei weitem nicht, dieses Feld an eine einzelne Mitarbeiterin zu delegieren. Auf jeder Ebene der Einrichtung müssen Bedingungen geschaffen werden, die eine verbindliche Verankerung des Präventionsgedankens ermöglichen. Und damit wird vielleicht auch schon deutlich, was dieser fachliche Exkurs in einer Laudatio soll:

Sehr geehrte Frau Berchtold, liebe Frau Sterr, liebe Fachbereichsleiterinnen und all die anderen, die zum Gelingen der Arbeit des Fachbereichs Kinderkrippen beitragen: bereits zu Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir bei Ihnen Bedingungen vorgefunden, die einen „fruchtbaren Boden“ für die Prävention von sexuellem Missbrauch darstellten.

Als wir Ende der 90iger Jahre die ersten Fortbildungen mit den Krippen-mitarbeiterinnen durchgeführt haben, war Ihr Modellprojekt „Sucht beginnt im Kleinen“, das Sie in sieben Ihrer Krippen durchgeführt und evaluiert haben, bereits abgeschlossen. Dass die dort erarbeiteten Grundsätze nicht nur auf dem Papier standen, sondern von den Erzieherinnen ernst genommen und umgesetzt wurden, konnten wir bei den Fortbildungen immer wieder feststellen. Dass z.B. Prävention ein kontinuierlicher Prozess sein muss, in den Kinder, Eltern und Fachkräfte gleichermaßen einbezogen werden müssen und dass dieser Prozess in frühester Kindheit begonnen werden muss, war für die Teilnehmerinnen bereits eine Selbst-verständlichkeit.

Auch dass eine gut begleitete Eingewöhnungszeit der Kinder in ihr Krippenleben ein wichtiger Ausgangspunkt für jegliche Art der Prävention ist, weil Krippenkinder Zeit brauchen, verlässliche Bindungen aufzubauen und gute Präventionsarbeit eben diese Bindungen braucht, ist bei den Mitarbeiterinnen der Krippen der Fachabteilung, mit denen wir in den vergangenen Jahren zu tun hatten, ein wesentliches Gütekriterium. An viele der bereits in den Einrichtungen erarbeiteten und umgesetz-ten Inhalte der Suchtprävention konnten wir mit unseren Inhalten nahtlos „andocken“.

Seit 2003 arbeiten wir mit Leiterinnen und stellvertretenden Leiterinnen der Krippen zum Thema „Die Rolle der Leitung beim Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch“. Schwerpunkt ist das Vorgehen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch – seit dem vergangenen Jahr auf der Grundlage des §8a SGB VIII. Von Anfang an war es für uns eine große Freude bei diesen Fortbildungen auf kompetentes und motiviertes Leitungspersonal zu treffen, was keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist. In solchen Zusammenhängen ist ein themenzentriertes, zielorientiertes und gewinnbringendes Arbeiten möglich, nicht zuletzt deshalb, weil die Umsetzung der Fortbildungsergebnisse gewährleistet ist. Denn noch eines zeichnet den Fachbereich Kinderkrippen aus: eine funktionierende krippenübergreifende Zusammenarbeit. Schon während der Fortbildungen einigen sich die Leiterinnen darauf, wer welchen Inhalt in welche Arbeitsgruppe einbringt, damit daraus in Zukunft ein verbindlicher Standard wird.

Was in allen Fortbildungen für uns als Qualitätskriterium immer hervorstach: Auch wenn die Kinder selbst bei den Fortbildungen nicht anwesend waren, so standen sie und ihr Wohlergehen doch immer im Mittelpunkt und im Interesse der Fachkräfte.

Wenn sich in einer Abteilung gute und kompetente Fachkräfte zusammenfinden, so ist das nicht zufällig. Dahinter stehen Leitungskräfte wie Sie, mit einem hohen Anspruch an Qualität, die in der Lage sind gutes Personal zu binden, zu motivieren und die großen Wert auf kontinuierliche Weiterqualifikation legen.

Dass das Thema „Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch“ im Fachbereich Kinderkrippen einen so hohen Stellenwert einnimmt, liegt sicher nicht zuletzt daran, dass die Ebene Abteilungsleitung das Thema sehr ernst nimmt. In verschiedenen Treffen und Veranstaltungen mit Frau Berchtold als Bereichsleitung, mit der Fachstelle für Fortbildung – Frau Sterr und verschiedenen Fachbereichsleitungen in den Regionen wurde für uns immer wieder das große Interesse deutlich, das Thema nachhaltig auf den unterschiedlichen Ebenen zu verankern und die Umsetzung der erarbeiteten Handlungsstrategien zu gewährleisten. Dies gilt auch für das Thema „Missbrauch durch Professionelle in Institutionen“ und der damit zusammenhängenden Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass pädosexuelle Täter und Täterinnen sich nicht als MitarbeiterInnen Zugang zu einer Einrichtung verschaffen können. Und nicht zuletzt geht es Ihnen auch darum, Strukturen zu schaffen, die bei einem Verdacht auf einen sexuellen Missbrauch, ein rasches und kompetentes Handeln im Interesse eines Kindes möglich machen.

Genau das braucht Prävention: Fachkompetenz und Engagement in allen Bereichen und auf allen Ebenen, Menschen wie Sie, die das Thema ernst nehmen. Nur so kann der Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt gelingen!

Aber: Dies alles kostet Geld, Zeit, ausreichend Raum und qualifiziertes Personal. Leider wird dies nicht immer in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt. Wir leben in einer Zeit, in der vor allem viel über die „Quantitäten“ von Kinderbetreuung diskutiert wird:

  • Ab welchem Alter soll eine Betreuung angeboten werden?
  • Wie viele Betreuungsplätze werden gebraucht?
  • Was für einen Versorgungsgrad haben wir erreicht?

Sicher, auch dies sind wichtige Themen.

Was aber vielfach auf der Strecke bleibt, ist eine Diskussion über die Qualität der Betreuung und hier gerade auch die Notwendigkeit einer qualitativ hochwertigen Betreuung gerade der Kleinsten in unserer Gesellschaft. Eine Diskussion, die wir uns vermehrt wünschen würden.

Meine Kollegin hat es gerade dargelegt, wie wichtig es ist, Zeit zu haben um stabile und verlässliche Bindungen mit den Mädchen und Jungen aufzubauen. Eine Voraussetzung, die für alle weiteren Lernschritte ein zentrales Moment ist. Wie wichtig es ist, Zeit (und damit auch Geld) zu investieren, um für die Kinder Bedingungen zu schaffen, die die Kinder befähigen, eigene Potentiale auszubauen um mit zunehmendem Alter eigene Widerstandspotentiale entwickeln zu können. Und das gilt für jedes Kind, egal was es mitbringt – welchen Förderbedarf es auch hat. Das Stadtjugendamt der LH München hat im Bereich Kinderkrippen hier sehr gute Maßstäbe gesetzt und ein qualitativ hochwertiges Angebot geschaffen.

Deshalb wünschen wir Ihnen, liebe Frau Berchtold, liebes Team – und natürlich auch den Jungen und Mädchen in Ihren Einrichtungen – , dass Sie auch in Zukunft auf PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen hoffen können, die die Qualität und Qualifikation der Einrichtungen gerade für die Kleinsten sehr hoch bewerten.

Wir wünschen Ihnen, dass Ihre Arbeit auch in Zukunft

  • wertgeschätzt wird,
  • weiter unterstützt wird,
  • angemessen ausgestattet wird

und andere Träger – also die Konkurrenzprodukte – an Ihren qualitativen Maßstäben gemessen werden.

Wir freuen uns nun, Ihnen Frau Berchtold, stellvertretend für den Bereich Kinderkrippen der Abteilung Kindertagesbetreuung des Stadtjugendamtes der LH München den Präventionspreis überreichen zu dürfen.