Diese Seite ist für Ihre Fragen zum Präventionspreis da!

Für den Präventionspreis 2018 lautet das Schwerpunktthema „Inklusive Partizipations- und Beschwerdesysteme für Kinder und Jugendliche“. Dies ist ein sehr großer und vielfältiger Bereich. Eine einzelne Ausschreibung kann mit ihren Informationen allen Facetten natürlich nicht gerecht werden. Aus diesem Grund haben wir diese Seite eingerichtet und versuchen, Ihre Fragen so gut wie möglich zu bearbeiten.

Ihr Anliegen ist noch nicht dabei? Dann schicken Sie dieses bitte an ab@amyna.de . So kann Ihre Frage nach der Beantwortung in diesen Katalog aufgenommen und die für Sie nötigen Informationen gegeben werden.

„Dürfen auch Fachberatungsstellen selbst vorgeschlagen werden?“

Ja, Fachberatungsstellen dürfen vorgeschlagen werden. Sie dürfen sich zwar nicht selbst nominieren, jedoch sind die meisten Fachberatungsstellen sehr gut vernetzt und so kann vielleicht ein*e Kooperationpartner*in die hervorragende Arbeit belegen.

„Was ist unter ‚Sonstiges‘ mit ‚regelmäßigen Qualifizierungsangeboten für Mitarbeiter*innen‘ gemeint?“

Es gibt für Mitarbeitende regelmäßig Fortbildungen und Qualifizierungsangebote zum Sinn und den Möglichkeiten der Umsetzung von Partizipation und Beschwerde, vor allem mit Berücksichtigung von Mädchen* und Jungen* mit unterschiedlichen Behinderungen und Beeinträchtigungen. Dazu gehören auch Möglichkeiten zum Austausch im Team.

„Was ist unter ‚Sonstiges‘ mit ‚Förderung der Interventionskompetenz der Mitarbeitenden‘ gemeint? Wieso ist das in diesem Zusammenhang wichtig?“

Die Einführung, Vertiefung oder Durchführung von Partizipations- und Beschwerdemaßnahmen kann immer auch aufdeckend wirken. Sind die Fachkräfte dann mit der Intervention in einem von einem Kind berichteten Verdachtsfall unvorbereitet konfrontiert, kann es sein, dass sie sich handlungsunfähig fühlen und der Verdacht nicht bearbeitet wird. Somit wird das Kind oder der/die Jugendliche allein gelassen und die Hemmschwelle, sich noch einmal einer (erwachsenen) Person anzuvertrauen, steigt weiter.

„Was könnte nocht unter ‚Sonstiges‘ fallen?“

Ein weiteres Beispiel wäre der Einbezug der Eltern / Erziehungsberechtigten: dies könnte beispielsweise durch Befragungen, Vertretungsgremien und niedrigschwellige Beschwerdemöglichkeiten geschehen.

„Was könnte noch unter ‚inklusives Beschwerdesystem‘ fallen?“

Ein Beispiel zum Weiterdenken wären ernsthafte und wirkungsvolle Möglichkeiten zur Partizipation und Beschwerde für Mitarbeitende. Werden diese Grundsätze auch für Mitarbeitende spürbar, kann eine partizipative Haltung auch für Kinder und Jugendliche besser vermittelt und somit spürbar werden.

„Was könnte noch unter ‚inklusives Partizipsationssystem‘ fallen?“

Ein Beispiel wäre die Grundhaltung auf pädagogischer Ebene: Eine partizipative Haltung bedeutet, dass Mädchen* und Jungen* – unabhängig von ihrer Behinderung oder Beeinträchtigung – als Expert*innen in eigener Sache betrachtet werden.

Ein weiteres Beispiel wären verschriftlichte pädagogische Richtlinien. Das heißt: Es bestehen klare Absprachen in den Teams: In welchen Fragen können Kinder und Jugendliche mitentscheiden? Wo hören wir ihre Meinung nur an? Was entscheiden wir als Fachkräfte? Gibt es Regeln, die zur Diskussion gestellt werden/wurden? Können die Mädchen* und Jungen* den Tagesablauf teilweise mitgestalten? Können sie (je nach Alter) über ihr Geld verfügen und selbst entscheiden, wofür sie es ausgeben möchten? Haben Sie ein Mitspracherecht bei der Wahl der Pflegeperson?

„Was verstehen Sie unter ‚angemessene Bereitstellung von Informationen zu Kinderrechten‘?“

Dazu sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Sind an die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Mädchen* und Jungen* angepasste Informationen zu Kinderrechten verfügbar? Haben Sie Ideen, wie diese zur Wahrnehmung ihrer Rechte befähigt werden können? Wird bei der Planung Rücksicht auf Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen genommen? Eine Voraussetzung dafür ist, dass Mitarbeitende die Kinderrechte kennen und diese im pädagogischen Alltag ermöglichen, achten und schützen– auch wenn die Mädchen* und Jungen* das nicht aktiv einfordern.

„Was haben Sie im Hinterkopf, wenn es um ’niedrigschwellige und/oder nicht-sprachliche Möglichkeiten‘ geht?“

Dazu gehören beispielsweise Ideen, wie Partizipation oder Beschwerde für schwerst-/ mehrfach behinderte Mädchen* und Jungen* oder Nicht-Sprachler*innen gestaltet sein kann.

Dazu gehört aber auch, dass die Mädchen* und Jungen* wissen, was eine Beschwerde ist, wann und worüber sie sich beschweren können und dass sie sich beschweren dürfen – auch über Erwachsene.

Beispiele für nicht-sprachliche Möglichkeiten wären folgende Fragestellungen: Werden Körpersignale explizit als Möglichkeiten zur Meinungsäußerung und Beschwerde benannt? Werden sie als gleichwertig zu sprachlichen Äußerungen behandelt?

„Was bedeutet ‚Konkretes Konzept zum Umgang mit Beschwerden‘?“

Es gibt Regelungen zu Annahme, Ablauf, Umgang und Dokumentation von Beschwerden. Konsequenzen, die aus kindlichen Beschwerden gezogen werden, werden an diese kommuniziert, damit sie auch tatsächlich die Erfahrung sammeln, dass sie mit ihren Worten, Signalen und Möglichkeiten Situationen beeinflussen können. Das sind wichtige Punkte, damit Beschwerden auch präventiv wirken können.