Prävention und Kinderschutz als Qualitätsmerkmal

Wilhelm-Löhe-Schule für umfassendes Schutzkonzept ausgezeichnet

von links nach rechts: Christine Rudolf-Jilg (AMYNA e.V.), Viviane Kellermann, Claudia Katzer, Oberstudiendirektor Hubertus Gieck, Direktor Andreas Schramm (Wilhelm-Löhe-Schule).

Am 16.05.2019 wurde die Wilhelm-Löhe-Schule mit dem AMYNA-Präventionspreis 2019 ausgezeichnet. Sie hat umfassende Maßnahmen zur Prävention sexueller Gewalt im Sinne eines Schutzkonzeptes entwickelt und zeigt damit ein hohes Verantwortungsgefühl. Die Wilhelm-Löhe-Schule ist eine evangelische, kooperative Gesamtschule in Nürnberg, die sowohl eine Grund-, Mittel- und Realschule, als auch ein Gymnasium und eine Fachoberschule anbietet.

In der Diskussion der vergangenen Jahre wurde immer wieder deutlich, dass Prävention von sexueller Gewalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt. Christine Rudolf-Jilg führt dazu in ihrem Fachvortrag aus: „Derzeit wird davon ausgegangen, dass in jeder Schulklasse mindestens ein bis zwei Mädchen* und Jungen* sind, die sexuelle Gewalt erlitten haben oder aktuell erleiden. Schule ist daher einer der wichtigsten Orte für gelingenden Kinderschutz. Denn nur dort können nahezu alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden. Schulen haben damit bundesweit auch eine ganz besondere Verantwortung.“

Dazu braucht es aber passgenaue Konzepte, wie Christine Rudolf-Jilg weiter erklärt: Schule darf nicht zum Tatort werden, sondern muss ein Kompetenzort sein!  So lautet das gemeinsame Ziel. (…) Jede Schule muss daher ihren eigenen Weg zu einem passgenauen Schutzkonzept unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedingungen vor Ort gehen.“

Das hat die Wilhelm-Löhe-Schule beeindruckend verinnerlicht. Schon in ihrem Leitbild auf der Website positioniert sich die Schule gegen sexualisierte Gewalt. Um das auf allen Ebenen zu vertiefen, müssen bspw. seit 2013 alle Angestellten der Schule einen Verhaltenskodex unterschreiben. Auch ein Beteiligungs- und Beschwerdekonzept sowie ein gut durchdachtes Vorgehen im Verdachtsfall auf sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt gehören zum Schutzkonzept. Christine Rudolf-Jilg dazu in ihrer Laudatio: „Insgesamt gesehen hat die WLS damit beeindruckend viele Bausteine für ein schulisches Schutzkonzept entwickelt und implementiert. (…) Die Wilhelm-Löhe-Schule hat sich erfreulich gut aufgestellt und ist für das, was die Zukunft bringen wird, gut gerüstet.“

Die 3000€ Preisgeld, die die Prämierten in Form eines großen Schmuckschecks symbolisch überreicht bekamen, wurden durch eine Crowdfunding-Aktion im Internet gesammelt. Binnen weniger Wochen konnten dort wieder viele Spender und Spenderinnen für eine Unterstützung gewonnen werden.

Auch das Thema der Ausschreibung für den nächsten Präventionspreis, der 2020 verliehen wird, steht bereits fest: Gelingende Sexualpädagogik in Kindertagesstätten. Alle Kitas, die ein umfassendes sexualpädagogisches Konzept unter Berücksichtigung aller Beteiligten (Kinder, Eltern, Mitarbeitende) in ihrer Einrichtung verankert haben und dies in ihrem pädagogischen Alltag gelingend umsetzen, können sich um den Preis bewerben bzw. dafür vorgeschlagen werden. Weitere Infos dazu gibt es auf der Website von AMYNA unter „Präventionspreis“.

Der AMYNA-Präventionspreis versteht sich als öffentliche Anerkennung für gelungene und nachhaltige Präventionsarbeit in Bezug auf sexuellen Missbrauch und wird seit 2005 durch den Verein AMYNA e.V. verliehen.

 

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Der Preis außer Konkurrenz für die Förderschule Dahlener Straße (Mönchengladbach). Auch an Sie herzlichen Glückwunsch!

 

 

von links nach rechts: Katrin Henßen, Anne Münch (Förderschule Dahlener Straße) und Nina Tellmann (Zornröschen e.V.).

SchoolCheck!

SchoolCheck – außerhalb München

Die Risiko- und Potenzialanalyse für Schulen

Ziel muss es sein, dass jede Schule ein Konzept zum Schutz vor sexueller Gewalt (weiter-) entwickelt. Nur durch das Engagement jeder Schule kann es schrittweise zu einem Rückgang der nach wie vor sehr hohen Fallzahlen und zu schnelleren und besseren Hilfen für betroffene Mädchen* und Jungen* kommen.

Das Schutzkonzept einer Schule hat grundsätzlich zwei Ziele:

  1. Schule soll nicht zum Tatort werden:
    Strukturen, räumliche Gegebenheiten, Situationen oder Gepflogenheiten können besondere Risiken für sexuelle Grenzüberschreitungen bis hin zu Missbrauch bieten, aber auch schützend wirken.
  2. Schule soll ein Kompetenzort sein:
    Ziel ist es, dass Schulleitung und Lehrkräfte ihren Schüler*innen kompetente Hilfe bieten und wichtige Informationen, Werte und Regeln zur Verbesserung des Schutzes vermitteln können.

Unser SchoolCheck! befähigt Schulleitungen und Lehrkräfte sich dieser Verantwortung zu stellen und unterstützt sie dabei, wirksame Schutzmaßnahmen einzuführen.

Unser SchoolCheck! bietet mit der Risiko- und Potenzialanalyse eine kompakte, ressourcenschonende Form für Schulen, sich aktiv mit dem Thema Prävention sexuellen Missbrauch zu beschäftigen und ein umfassendes Schutzkonzept zu erstellen.

Gecheckt in vier Schritten

SchoolCheck! unterstützt mit der Risiko- und Potenzialanalyse Schulen dabei, Schutzkonzepte einzuführen. Dies sind unsere, damit verbundenen Leistungen:

  1. Interview mit der Leitung und weiteren Vertreter*innen der Schule und ggf. Besichtigung der Räumlichkeiten
  2. Sichtung von Materialien
  3. Schriftliche Einschätzung
  4. Gemeinsame Auswertung und Planung der Weiterarbeit

Die Begleitmaterialien, die Sie von uns bei einem SchoolCheck! erhalten, sind an die jeweilige Schule angepasst und können ohne große Überarbeitungen eingeführt werden.

Wir bieten Ihnen für alle Teile, auf die Sie Ihr Hauptaugenmerk bei der Risiko- und Potenzialanalyse legen, sowohl Fortbildungen an als auch eine individuelle Begleitung von Arbeitsgruppen. Diese Angebote können auch nach einem erfolgten SchoolCheck! gebucht werden.

Die Schule muss mit einem Gesamtstundenaufwand von ca. 15-25 h bis zur Einführung der ersten Bestandteile des Schutzkonzeptes rechnen.

Begleitung von Arbeitsgruppen zur Erstellung von Schutzkonzepten

Auch nach einer abgeschlossenen Risiko- und Potenzialanalyse muss unsere Zusammenarbeit noch nicht abgeschlossen sein: Gerne begleiten wir Vertreter*innen der Schule in Arbeitsgruppen bei der Bearbeitung einzelner Themen.

Es ist empfehlenswert, die wesentlichen Punkte, die Sie im folgenden Veränderungsprozess bearbeiten wollen, strukturiert und fokussiert zu bearbeiten. Gerne möchten wir Sie dabei unterstützen, indem wir

  • Workshops für einzelne Arbeitsgruppen anbieten
  • Anregungen für die weitere Entwicklung geben
  • sich daraus ergebende „Hausaufgaben“ mit Ihnen bearbeiten und
  • ergänzende Qualifizierungsmaßnahmen mit Ihnen planen.

Voraussetzung ist unser SchoolCheck!

Ansprechpartnerin

Christine Rudolf-Jilg
Christine Rudolf-JilgDipl. Sozialpädagogin (FH), ComputermedienpädagoginMail senden

SchoolCheck!

SchoolCheck – außerhalb München Die Risiko- und Potenzialanalyse…

Kompetente Weitervermittlung

Die Arbeitsbereiche von AMYNA e.V. liegen im Rahmen der Präventionsarbeit…

Beratung von Träger*innen zur Entwicklung und Einführung eines Schutzkonzeptes

In München Träger*innen, die ihre Institution umfassend vor…

Präventionsberatung zu § 8a SGB VIII für Kindertagesstätten

Alle Einrichtungen, die die Verpflichtung haben, das Kindeswohl…

Beratung für Einzelpersonen zur Prävention von sexuellem Missbrauch

Wir beraten Mütter, Väter und weitere Bezugspersonen von Kindern…